Die DJI Osmo Pocket 3 liefert direkt aus der Kamera im Standard-Farbprofil bereits beeindruckende Bilder. Die Farben sind knackig, die Kontraste stark – perfekt für den schnellen Upload. Doch spätestens wenn die Lichtsituation anspruchsvoller wird, stößt damit schnell an Grenzen. Wenn grelles Sonnenlicht auf dunkle der Karpaten trifft, fressen im Standard-Profil oft die Lichter aus, während die Schatten in einem reinen Schwarz ertrinken.
Meine Lösung für dieses Problem: Ich filme im Farbprofil 10-Bit D-Log M. Es verhält sich bei Videos ähnlich wie eine RAW-Datei in der Fotografie: Es speichert maximal viele Bildinformationen, sieht unbearbeitet aber völlig unspektakulär aus.
Warum D-Log M den Unterschied macht
Das D-Log M Profil speichert Videos mit einer Farbtiefe von 10 Bit. Das bedeutet, die Kamera zeichnet über eine Milliarde Farbabstufungen auf (im Gegensatz zu den 16,7 Millionen bei 8-Bit). Gleichzeitig wird der Kontrastumfang bei der Aufnahme extrem flach gehalten. Das Bild wirkt direkt aus der Kamera milchig, grau und entsättigt.
Dieser vermeintliche Nachteil ist in der Postproduktion mein größter Trumpf: Ich habe deutlich mehr Spielraum, um überbelichtete Wolken zurückzuholen oder Details in dunklen Waldpassagen aufzuhellen, ohne dass das Material sofort „zerbricht“ oder störendes Banding (hässliche Farbabrisse im Himmel) entsteht.
Meine Settings für D-Log M an der Pocket 3
- Farbprofil: D-Log M (10-Bit) aktivieren.
- Belichtung: Manuell (Pro-Modus). Achte zwingend auf das Histogramm! Bei Log-Profilen belichtet man idealerweise leicht nach rechts (Expose to the right – ETTR), ohne dass die Lichter clippen.
- Schärfe & Rauschunterdrückung: Schärfe auf -1 oder -2 senken. Die Pocket 3 schärft digital sehr stark nach. Weniger Schärfe in der Kamera sorgt für einen organischeren, filmischeren Look.
- Weißabgleich: Auf einen festen Kelvin-Wert einstellen (z.B. 5500K für Tageslicht). Ein automatischer Weißabgleich ruiniert dir später das Color Grading, da sich die Farben im Clip ständig verändern.
Der Color Grading Workflow im Schnittprogramm
Wenn ich das flaue D-Log M Material in Video X Pro importiere, musst ich es zunächst „entwickeln“. Diesen Prozess nennt man Color Correction (Farbkorrektur), auf den später das Color Grading (der kreative Look) folgt.
1. Die technische Transformation: Der einfachste und präziseste Weg ist die Nutzung der offiziellen DJI Rec.709 LUT (Look-Up Table). DJI bietet diese kostenlos zum Download an. Legt man diese LUT auf das Filmaterial, wird das flache Log-Profil in den normalen Rec.709-Farbraum übersetzt. Kontrast und Sättigung sind sofort wieder da, aber die weichen Übergänge und der hohe Dynamikumfang der 10-Bit-Aufnahme wird beibehalten.
2. Feinjustierung: Vor dem LUT-Einsatz (also in der Node-Struktur davor) gleiche ich eventuelle Belichtungsfehler aus. Hierfür hebe ich die Schatten gezielt an oder dunkle die Lichter leicht ab.
3. Der kreative Look: Erst wenn das Bild technisch korrekt aussieht, beginne ich mit dem kreativen Teil. Jetzt entsättige ich z.B. die Grüntöne der Wälder oder betone die warmen Orangetöne für einen stimmungsvollen Sonnenuntergang.
Mehr Arbeit, die sich auszahlt
Das Filmen in D-Log M bedeutet zwar einen zwingenden Mehraufwand am Rechner. Ein Video einfach mal schnell hochzuladen, ist damit eher nicht möglich. Wer aber die maximale Bildqualität aus dem 1-Zoll-Sensor der Osmo Pocket 3 herausholen und seinen Videos einen professionellen, konsistenten Look verleihen möchte, kommt an diesem Workflow nicht vorbei.
Nutzt du D-Log M oder reicht dir das Standard-Profil?
Wie sieht Dein Workflow mit der Pocket 3 aus? Nimmst Du Dir die Zeit für das Color Grading am Rechner oder setzt Du auf schnelle Ergebnisse direkt aus der Kamera? Lass uns in den Kommentaren über Deine bevorzugten Einstellungen diskutieren!
22 März 2026
Das „Digitale Negativ“ aus der Tasche: D-Log M Workflow der Osmo Pocket 3
Die DJI Osmo Pocket 3 liefert direkt aus der Kamera im Standard-Farbprofil bereits beeindruckende Bilder. Die Farben sind knackig, die Kontraste stark – perfekt für den schnellen Upload. Doch spätestens wenn die Lichtsituation anspruchsvoller wird, stößt damit schnell an Grenzen. Wenn grelles Sonnenlicht auf dunkle der Karpaten trifft, fressen im Standard-Profil oft die Lichter aus, während die Schatten in einem reinen Schwarz ertrinken.
Meine Lösung für dieses Problem: Ich filme im Farbprofil 10-Bit D-Log M. Es verhält sich bei Videos ähnlich wie eine RAW-Datei in der Fotografie: Es speichert maximal viele Bildinformationen, sieht unbearbeitet aber völlig unspektakulär aus.
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Warum D-Log M den Unterschied macht
Das D-Log M Profil speichert Videos mit einer Farbtiefe von 10 Bit. Das bedeutet, die Kamera zeichnet über eine Milliarde Farbabstufungen auf (im Gegensatz zu den 16,7 Millionen bei 8-Bit). Gleichzeitig wird der Kontrastumfang bei der Aufnahme extrem flach gehalten. Das Bild wirkt direkt aus der Kamera milchig, grau und entsättigt.
Dieser vermeintliche Nachteil ist in der Postproduktion mein größter Trumpf: Ich habe deutlich mehr Spielraum, um überbelichtete Wolken zurückzuholen oder Details in dunklen Waldpassagen aufzuhellen, ohne dass das Material sofort „zerbricht“ oder störendes Banding (hässliche Farbabrisse im Himmel) entsteht.
Meine Settings für D-Log M an der Pocket 3
Der Color Grading Workflow im Schnittprogramm
Wenn ich das flaue D-Log M Material in Video X Pro importiere, musst ich es zunächst „entwickeln“. Diesen Prozess nennt man Color Correction (Farbkorrektur), auf den später das Color Grading (der kreative Look) folgt.
1. Die technische Transformation: Der einfachste und präziseste Weg ist die Nutzung der offiziellen DJI Rec.709 LUT (Look-Up Table). DJI bietet diese kostenlos zum Download an. Legt man diese LUT auf das Filmaterial, wird das flache Log-Profil in den normalen Rec.709-Farbraum übersetzt. Kontrast und Sättigung sind sofort wieder da, aber die weichen Übergänge und der hohe Dynamikumfang der 10-Bit-Aufnahme wird beibehalten.
2. Feinjustierung: Vor dem LUT-Einsatz (also in der Node-Struktur davor) gleiche ich eventuelle Belichtungsfehler aus. Hierfür hebe ich die Schatten gezielt an oder dunkle die Lichter leicht ab.
3. Der kreative Look: Erst wenn das Bild technisch korrekt aussieht, beginne ich mit dem kreativen Teil. Jetzt entsättige ich z.B. die Grüntöne der Wälder oder betone die warmen Orangetöne für einen stimmungsvollen Sonnenuntergang.
Mehr Arbeit, die sich auszahlt
Das Filmen in D-Log M bedeutet zwar einen zwingenden Mehraufwand am Rechner. Ein Video einfach mal schnell hochzuladen, ist damit eher nicht möglich. Wer aber die maximale Bildqualität aus dem 1-Zoll-Sensor der Osmo Pocket 3 herausholen und seinen Videos einen professionellen, konsistenten Look verleihen möchte, kommt an diesem Workflow nicht vorbei.
Nutzt du D-Log M oder reicht dir das Standard-Profil?
Wie sieht Dein Workflow mit der Pocket 3 aus? Nimmst Du Dir die Zeit für das Color Grading am Rechner oder setzt Du auf schnelle Ergebnisse direkt aus der Kamera? Lass uns in den Kommentaren über Deine bevorzugten Einstellungen diskutieren!