Projekt-Details auf einen Blick
- Schwierigkeitsgrad: Für absolute Anfänger geeignet
- Voraussetzungen: Keine Löt- oder Programmierkenntnisse nötig
- Dauer: ca. 30 Minuten
Der komplette Code ist bereits fertig geschrieben und muss nur noch kopiert werden.
Wer abseits der ausgetretenen Pfade reist, kennt das Problem: Man sucht oft vergeblich nach einem Mobilfunknetz. Wetter-Apps auf dem Smartphone sind in solchen Momenten nutzlos. Doch gerade für meine Landschaftsfotografie ist das lokale Mikroklima entscheidend. Wann bildet sich der perfekte Morgennebel über den Tälern? Wie hoch ist die Luftfeuchtigkeit vor Sonnenaufgang?
Meine Lösung ist eine kompakte, autarke DIY-Wetterstation auf Basis eines ESP32-Mikrocontrollers. Sie benötigt kein Internet, baut ihr eigenes WLAN auf und liefert als Webserver Echtzeitdaten direkt auf das Smartphone. So lässt sich das Wetter vor dem Zelt oder dem Camper exakt ablesen.
Warum eine eigene Wetterstation für unterwegs?
Gängige Wetterdienste extrapolieren Daten für weite Gebiete. In den Bergen zum Beispiel kann das Wetter jedoch von einem Tal zum nächsten komplett umschlagen. Ein BME280-Sensor misst Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck relativ genau. Durch das Beobachten von Luftdruckänderungen und dem Taupunkt lässt sich zuverlässig abschätzen, ob sich am nächsten Morgen der begehrte fotogene Bodennebel bildet oder ob der Himmel klar bleibt.
Materialliste: Das brauchst Du für den Bau
- 1x ESP32 NodeMCU Microcontroller (mit WLAN-Modul)
- 1x BME280 Sensor-Modul (für Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck)
- 1x 18650 Li-Ion Akku samt Battery-Shield (für die mobile Stromversorgung) – oder Alternativ dazu eine Powerbank
- Ein paar Jumper-Kabel (Female-to-Female)
- Ein Gehäuse (aus dem 3D-Drucker)
Schritt 1: Die Hardware verkabeln
Der Aufbau erfordert kein Löten, wenn Steckverbindungen genutzt werden. Der BME280 kommuniziert über den I2C-Bus mit dem ESP32. Die Verkabelung ist simpel:
- VCC des Sensors an den 3.3V Pin des ESP32
- GND des Sensors an einen GND Pin des ESP32
- SDA des Sensors an den GPIO 21 Pin des ESP32
- SCL des Sensors an den GPIO 22 Pin des ESP32
Schritt 2: Die Software für den ESP32 (Arduino IDE)
Damit die Wetterstation auch offline funktioniert, programmieren wir den ESP32 so, dass er als Access Point (WLAN-Router) agiert. Sobald man sich mit dem Netzwerk „Reise-Wetter“ verbindet, kann man über den Browser die Messdaten abrufen.
Für diesen Code müssen in der Arduino IDE die Bibliotheken Adafruit_BME280 und Adafruit_Sensor installiert sein.
#include <WiFi.h>
#include <WebServer.h>
#include <Wire.h>
#include <Adafruit_Sensor.h>
#include <Adafruit_BME280.h>
const char *ssid = "Reise-Wetter";
const char *password = "fotografie123";
WebServer server(80);
Adafruit_BME280 bme;
void setup() {
Serial.begin(115200);
if (!bme.begin(0x76)) {
Serial.println("Kein BME280 Sensor gefunden!");
while (1);
}
WiFi.softAP(ssid, password);
IPAddress myIP = WiFi.softAPIP();
server.on("/", handleRoot);
server.begin();
}
void loop() {
server.handleClient();
}
void handleRoot() {
float temp = bme.readTemperature();
float hum = bme.readHumidity();
float pres = bme.readPressure() / 100.0F;
String html = "<html><head><meta name='viewport' content='width=device-width, initial-scale=1'>";
html += "<style>body{font-family:Arial; text-align:center; padding:20px;} .data{font-size:24px; font-weight:bold; color:#333;}</style></head><body>";
html += "<h2>Lokale Wetterdaten</h2>";
html += "<p>Temperatur: <span class='data'>" + String(temp) + " °C</span></p>";
html += "<p>Luftfeuchtigkeit: <span class='data'>" + String(hum) + " %</span></p>";
html += "<p>Luftdruck: <span class='data'>" + String(pres) + " hPa</span></p>";
html += "</body></html>";
server.send(200, "text/html", html);
}
Schritt 3: Praxistest in der Natur
Nach dem Hochladen des Codes wird der ESP32 an das 18650-Battery-Shield, bzw. an die PowerBank angeschlossen. Die Station kann nun abends außerhalb der Unterkunft oder auf einem Stein / auf einem Baum in der Natur platziert werden. Morgens reicht ein Griff zum Smartphone: Netzwerk auswählen, die IP-Adresse (Standard 192.168.4.1) im Browser eintippen und sofort sehen, ob sich das frühe Aufstehen für das perfekte Foto lohnt.
Dieses kleine Setup wiegt nur wenige Gramm, verbraucht kaum Platz im Rucksack und liefert Daten, auf die man sich bei der Tourenplanung verlassen kann.
Wie sind Deine Erfahrungen unterwegs?
Hast Du die ESP32-Wetterstation schon nachgebaut, planst Du ein ähnliches Setup für deine nächste Tour oder verlässt Du Dich darauf, immer eine Internetverbindung zu haben? Oder nutzt Du einen anderen Sensor, um das lokale Klima für Deine Fotografie im Blick zu behalten. Lass mir gerne einen Kommentar da! Auch wenn Du Fragen zum Code oder zur Verkabelung hast – schreib es einfach in die Kommentare, ich helfe Dir gerne beim Aufbau, bzw. bei der Fehlersuche.
17 März 2026
DIY ESP32 Wetterstation: Autarkes Klima-Monitoring für Camper
Inhalt
Projekt-Details auf einen Blick
Der komplette Code ist bereits fertig geschrieben und muss nur noch kopiert werden.
Wer abseits der ausgetretenen Pfade reist, kennt das Problem: Man sucht oft vergeblich nach einem Mobilfunknetz. Wetter-Apps auf dem Smartphone sind in solchen Momenten nutzlos. Doch gerade für meine Landschaftsfotografie ist das lokale Mikroklima entscheidend. Wann bildet sich der perfekte Morgennebel über den Tälern? Wie hoch ist die Luftfeuchtigkeit vor Sonnenaufgang?
Meine Lösung ist eine kompakte, autarke DIY-Wetterstation auf Basis eines ESP32-Mikrocontrollers. Sie benötigt kein Internet, baut ihr eigenes WLAN auf und liefert als Webserver Echtzeitdaten direkt auf das Smartphone. So lässt sich das Wetter vor dem Zelt oder dem Camper exakt ablesen.
Warum eine eigene Wetterstation für unterwegs?
Gängige Wetterdienste extrapolieren Daten für weite Gebiete. In den Bergen zum Beispiel kann das Wetter jedoch von einem Tal zum nächsten komplett umschlagen. Ein BME280-Sensor misst Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck relativ genau. Durch das Beobachten von Luftdruckänderungen und dem Taupunkt lässt sich zuverlässig abschätzen, ob sich am nächsten Morgen der begehrte fotogene Bodennebel bildet oder ob der Himmel klar bleibt.
Materialliste: Das brauchst Du für den Bau
Schritt 1: Die Hardware verkabeln
Der Aufbau erfordert kein Löten, wenn Steckverbindungen genutzt werden. Der BME280 kommuniziert über den I2C-Bus mit dem ESP32. Die Verkabelung ist simpel:
Schritt 2: Die Software für den ESP32 (Arduino IDE)
Damit die Wetterstation auch offline funktioniert, programmieren wir den ESP32 so, dass er als Access Point (WLAN-Router) agiert. Sobald man sich mit dem Netzwerk „Reise-Wetter“ verbindet, kann man über den Browser die Messdaten abrufen.
Für diesen Code müssen in der Arduino IDE die Bibliotheken
Adafruit_BME280undAdafruit_Sensorinstalliert sein.Schritt 3: Praxistest in der Natur
Nach dem Hochladen des Codes wird der ESP32 an das 18650-Battery-Shield, bzw. an die PowerBank angeschlossen. Die Station kann nun abends außerhalb der Unterkunft oder auf einem Stein / auf einem Baum in der Natur platziert werden. Morgens reicht ein Griff zum Smartphone: Netzwerk auswählen, die IP-Adresse (Standard 192.168.4.1) im Browser eintippen und sofort sehen, ob sich das frühe Aufstehen für das perfekte Foto lohnt.
Dieses kleine Setup wiegt nur wenige Gramm, verbraucht kaum Platz im Rucksack und liefert Daten, auf die man sich bei der Tourenplanung verlassen kann.
Wie sind Deine Erfahrungen unterwegs?
Hast Du die ESP32-Wetterstation schon nachgebaut, planst Du ein ähnliches Setup für deine nächste Tour oder verlässt Du Dich darauf, immer eine Internetverbindung zu haben? Oder nutzt Du einen anderen Sensor, um das lokale Klima für Deine Fotografie im Blick zu behalten. Lass mir gerne einen Kommentar da! Auch wenn Du Fragen zum Code oder zur Verkabelung hast – schreib es einfach in die Kommentare, ich helfe Dir gerne beim Aufbau, bzw. bei der Fehlersuche.