Ich habe zu diesem Thema schon einmal einen Beitrag geschrieben. Jetzt, wo ich mit dem Umbau meines Setups fertig bin, wollte ich ihn eigentlich aktualisieren. Da sich aber doch einiges mehr geändert hat, habe ich mir überlegt, einen neuen Artikel draus zu machen.
Hier geht es zum alten Beitrag.
Nichts ist ärgerlicher als eine schwächelnde Bordbatterie auf der großen Tour. Gerade wenn auf Reisen die Kamera-Akkus zuverlässig geladen werden müssen, ist eine stabile Stromversorgung im VW T4 unverzichtbar. Eine leistungsstarke Kombination aus einer 140Ah LiFePO4-Batterie und den Ladegeräten von Victron Energy bildet hier das perfekte Fundament.
Doch eine LiFePO4-Batterie dauerhaft auf 100 % zu halten, beschleunigt ihre Alterung. Der Schlüssel zu einer langen Lebensdauer liegt in der bedarfsgerechten Ladung. Hier beschreibe ich, wie das komplette Setup aus Solar (SmartSolar MPPT), Fahrtwind (Orion-Tr Smart Ladebooster) und Landstrom optimal aufeinander abgestimmt wird und warum ein zweiter SmartShunt die Starterbatterie schützt.
Warum das Blue Smart IP22 12/20 Ladegerät perfekt in das Setup passt
Das Blue Smart Batterieladegerät ergänzt die bestehende Infrastruktur in meinem Multivan optimal. Mit 20A Ladeleistung bietet es eine zügige, aber dennoch schonende Ladung für die 140Ah PowerQueen LiFePO4-Batterie, sobald Landstrom verfügbar ist. Durch die Integration in das VE.Smart Network kommuniziert es via Bluetooth direkt mit dem SmartShunt und dem SmartSense. Dadurch werden Spannungsverluste auf den Kabeln ausgeglichen und die Ladespannung exakt an die gemessenen Batteriewerte angepasst.
Der vorhandene Orion-Tr Ladebooster bleibt zwar außerhalb dieses Netzwerks, lässt sich aber dank der klassischen Lichtmaschine des VW T4 (Baujahr 2003) über eine spannungsgesteuerte Motor-Erkennung völlig unkompliziert parallel betreiben, ohne sich mit den anderen Geräten in die Quere zu kommen.
Die Ladeprofile: „On Tour“ und „Alltag“
Um die Lebensdauer der LiFePO4-Batterie zu maximieren, sollte die Batterie nicht dauerhaft auf 100 % Ladezustand gehalten werden. Mit zwei getrennten Profilen löse ich dieses Problem:
- Profil 1: „On Tour“ (100 % Ladung): Wird genutzt, wenn die volle Kapazität für Ausrüstung benötigt wird. Bei 14,4 V balanciert das BMS die Zellen aus.
- Profil 2: „Alltag“ (80 % Ladung): Schont die Zellchemie, wenn das Fahrzeug steht oder nur für Alltagsfahrten genutzt wird.
Konfigurationswerte der Geräte
Damit sich MPPT, Lafegerät und Ladebooster bei gleichzeitigem Betrieb nicht gegenseitig in den Standby drängen, müssen ihre Ladespannungen exakt übereinstimmen.
Victron SmartShunt 500A (Grundeinstellungen)
Diese Werte bleiben immer konstant und dienen der korrekten 100-Prozent-Erkennung der Aufbaubatterie:
- Batteriekapazität: 140 Ah
- Spannung, wenn aufgeladen: 14,2 V
- Schweifstrom: 4,00 %
- Zeit für Ladezustandserkennung: 3 Minuten
- Peukert-Exponent: 1,05
- Ladewirkungsgrad: 99 %
- Strom-Schwellwert: 0,10 A
Victron SmartSolar MPPT & Batterieladegerät
(Batterietyp in der App jeweils auf „Benutzerdefiniert“ stellen)
Werte für Profil 1 (On Tour – 100%):
- Absorptionsspannung: 14,40 V
- Erhaltungsspannung (Float): 13,50 V
- Absorptionszeit: 2 Stunden
- Niedrigtemperatur-Abschaltung: 5 °C (Gesteuert über VE.Smart Network)
Werte für Profil 2 (Alltag – 80%):
- Absorptionsspannung: 13,40 V
- Erhaltungsspannung (Float): 13,20 V (Alternativ Ladefunktion komplett deaktivieren)
- Absorptionszeit: 1 Stunde
Victron Orion-Tr Smart 12/12-30 Ladebooster
Die reinen Ladespannungen (Absorption/Erhaltung) werden hier immer identisch zum gerade gewählten Profil des MPPT/IP22 eingestellt. Für die Motor-Erkennung des VW T4 gelten diese festen Werte:
- Lichtmaschine Typ: Standard
- Start-Spannung: 13,80 V
- Verzögerte Start-Spannung: 13,80 V
- Start-Verzögerung: 30 Sekunden
- Abschalt-Spannung: 13,30 V
Profilwechsel in der VictronConnect App
Der Wechsel zwischen dem 100-Prozent- und dem 80-Prozent-Profil dauert vor der Abfahrt nur wenige Sekunden:
- Die VictronConnect App öffnen und das erste Ladegerät (z. B. MPPT) anwählen.
- Oben rechts auf das Zahnrad-Symbol tippen und den Bereich „Batterie“ auswählen.
- Unter „Batterie-Voreinstellung“ auf den Punkt „Voreinstellung auswählen“ tippen.
- Das gewünschte, vorher gespeicherte Profil laden.
- Diesen Vorgang zwingend für das Batterieladegerät und den Ladebooster wiederholen, damit alle aktiven Ladequellen mit derselben Spannung arbeiten.
Der Ladebooster als schützender Flaschenhals
Warum saugt die stromhungrige Lithium-Batterie eigentlich nicht die Starterbatterie leer? Eine LiFePO4 hat einen extrem niedrigen Innenwiderstand. Wäre sie über ein klassisches Trennrelais mit der Starterbatterie verbunden, würde sie den Strom der Lichtmaschine förmlich aufsaugen. Gerade auf Kurzstrecken bliebe für die Starterbatterie nichts mehr übrig.
Hier fungiert der Ladebooster als schützender Flaschenhals. Er entkoppelt die beiden Batterien komplett voneinander und begrenzt den Stromfluss auf maximal 30 Ampere. Die Lichtmaschine hat somit immer genügend Reserven übrig, um die Starterbatterie nach dem Anlassen schnell wieder aufzuladen und die Fahrzeugelektronik zu versorgen.
Die Starterbatterie im Blick: Ein zweiter SmartShunt
Um jederzeit sicherzugehen, dass das Fahrzeug anspringt, überwacht ein zweiter Victron SmartShunt meine 95Ah Blei-Säure-Starterbatterie. Da sich Blei-Säure-Batterien chemisch völlig anders verhalten als Lithium, erfordern sie zwingend andere Einstellungen für eine korrekte Berechnung des Ladezustands:
- Batteriekapazität: 95 Ah
- Spannung, wenn aufgeladen: 13,2 V
- Peukert-Exponent: 1,25 (Ganz wichtig! Blei-Säure verliert bei hoher Last exponentiell an nutzbarer Kapazität, was der Shunt so korrekt berechnet.)
- Ladewirkungsgrad: 95 %
Achtung bei der Vernetzung der Shunts
Der SmartShunt der Starterbatterie darf auf keinen Fall in das bestehende VE.Smart Network der Aufbaubatterie aufgenommen werden. Würde das Landstrom-Ladegerät oder der Solarregler plötzlich die Spannung der Starterbatterie als Referenzwert erhalten, würde die Ladung der LiFePO4 komplett fehlschlagen.
23 Feb. 2026
Victron-Setup optimieren: LiFePO4-Ladeprofile, Ladebooster und Landstrom
Hier geht es zum alten Beitrag.
Nichts ist ärgerlicher als eine schwächelnde Bordbatterie auf der großen Tour. Gerade wenn auf Reisen die Kamera-Akkus zuverlässig geladen werden müssen, ist eine stabile Stromversorgung im VW T4 unverzichtbar. Eine leistungsstarke Kombination aus einer 140Ah LiFePO4-Batterie und den Ladegeräten von Victron Energy bildet hier das perfekte Fundament.
Doch eine LiFePO4-Batterie dauerhaft auf 100 % zu halten, beschleunigt ihre Alterung. Der Schlüssel zu einer langen Lebensdauer liegt in der bedarfsgerechten Ladung. Hier beschreibe ich, wie das komplette Setup aus Solar (SmartSolar MPPT), Fahrtwind (Orion-Tr Smart Ladebooster) und Landstrom optimal aufeinander abgestimmt wird und warum ein zweiter SmartShunt die Starterbatterie schützt.
Inhalt
Warum das Blue Smart IP22 12/20 Ladegerät perfekt in das Setup passt
Das Blue Smart Batterieladegerät ergänzt die bestehende Infrastruktur in meinem Multivan optimal. Mit 20A Ladeleistung bietet es eine zügige, aber dennoch schonende Ladung für die 140Ah PowerQueen LiFePO4-Batterie, sobald Landstrom verfügbar ist. Durch die Integration in das VE.Smart Network kommuniziert es via Bluetooth direkt mit dem SmartShunt und dem SmartSense. Dadurch werden Spannungsverluste auf den Kabeln ausgeglichen und die Ladespannung exakt an die gemessenen Batteriewerte angepasst.
Der vorhandene Orion-Tr Ladebooster bleibt zwar außerhalb dieses Netzwerks, lässt sich aber dank der klassischen Lichtmaschine des VW T4 (Baujahr 2003) über eine spannungsgesteuerte Motor-Erkennung völlig unkompliziert parallel betreiben, ohne sich mit den anderen Geräten in die Quere zu kommen.
Die Ladeprofile: „On Tour“ und „Alltag“
Um die Lebensdauer der LiFePO4-Batterie zu maximieren, sollte die Batterie nicht dauerhaft auf 100 % Ladezustand gehalten werden. Mit zwei getrennten Profilen löse ich dieses Problem:
Konfigurationswerte der Geräte
Damit sich MPPT, Lafegerät und Ladebooster bei gleichzeitigem Betrieb nicht gegenseitig in den Standby drängen, müssen ihre Ladespannungen exakt übereinstimmen.
Victron SmartShunt 500A (Grundeinstellungen)
Diese Werte bleiben immer konstant und dienen der korrekten 100-Prozent-Erkennung der Aufbaubatterie:
Victron SmartSolar MPPT & Batterieladegerät
(Batterietyp in der App jeweils auf „Benutzerdefiniert“ stellen)
Werte für Profil 1 (On Tour – 100%):
Werte für Profil 2 (Alltag – 80%):
Victron Orion-Tr Smart 12/12-30 Ladebooster
Die reinen Ladespannungen (Absorption/Erhaltung) werden hier immer identisch zum gerade gewählten Profil des MPPT/IP22 eingestellt. Für die Motor-Erkennung des VW T4 gelten diese festen Werte:
Profilwechsel in der VictronConnect App
Der Wechsel zwischen dem 100-Prozent- und dem 80-Prozent-Profil dauert vor der Abfahrt nur wenige Sekunden:
Der Ladebooster als schützender Flaschenhals
Warum saugt die stromhungrige Lithium-Batterie eigentlich nicht die Starterbatterie leer? Eine LiFePO4 hat einen extrem niedrigen Innenwiderstand. Wäre sie über ein klassisches Trennrelais mit der Starterbatterie verbunden, würde sie den Strom der Lichtmaschine förmlich aufsaugen. Gerade auf Kurzstrecken bliebe für die Starterbatterie nichts mehr übrig.
Hier fungiert der Ladebooster als schützender Flaschenhals. Er entkoppelt die beiden Batterien komplett voneinander und begrenzt den Stromfluss auf maximal 30 Ampere. Die Lichtmaschine hat somit immer genügend Reserven übrig, um die Starterbatterie nach dem Anlassen schnell wieder aufzuladen und die Fahrzeugelektronik zu versorgen.
Die Starterbatterie im Blick: Ein zweiter SmartShunt
Um jederzeit sicherzugehen, dass das Fahrzeug anspringt, überwacht ein zweiter Victron SmartShunt meine 95Ah Blei-Säure-Starterbatterie. Da sich Blei-Säure-Batterien chemisch völlig anders verhalten als Lithium, erfordern sie zwingend andere Einstellungen für eine korrekte Berechnung des Ladezustands:
Achtung bei der Vernetzung der Shunts
Der SmartShunt der Starterbatterie darf auf keinen Fall in das bestehende VE.Smart Network der Aufbaubatterie aufgenommen werden. Würde das Landstrom-Ladegerät oder der Solarregler plötzlich die Spannung der Starterbatterie als Referenzwert erhalten, würde die Ladung der LiFePO4 komplett fehlschlagen.