Wenn man wie ich viel unterwegs ist, ist eine verlässliche Stromversorgung kein Luxus, sondern die Basis des Reisens. In meinem Camper setze ich auf ein Victron-Setup, das auf den ersten Blick vielleicht etwas ungewöhnlich wirkt, für meine Anforderungen aber perfekt ist.
Doch erst ein unscheinbares, kleines Bauteil hat mein System wirklich intelligent gemacht: der Victron Smart Battery Sense. Warum er in meiner Konstellation die Regie über Solarregler und Ladebooster übernommen hat und weshalb er für LiFePO4-Batterien in unseren Breitengraden fast Pflicht ist, erkläre ich in diesem Erfahrungsbericht.
Um unterwegs autark arbeiten zu können, habe ich folgende Komponenten verbaut:
Speicher: Eine LiFePO4-Versorgungsbatterie.
Laden während der Fahrt: Victron Orion-Tr Smart 12/12-30 Ladebooster.
Solar: Victron SmartSolar MPPT 100/20.
Überwachung: Victron SmartShunt 500A/50mV.
Die Besonderheit: Mein SmartShunt überwacht nicht die Aufbaubatterie, sondern meine Starterbatterie. Das gibt mir die Sicherheit, fernab der Zivilisation immer starten zu können. Das führte jedoch zu einem „blinden Fleck“ bei der Versorgung meiner LiFePO4.
Das Problem: Blindflug bei Temperatur und Spannung
Da der Shunt an der Starterbatterie hängt, haben der Solarregler und der Ladebooster keine direkte Datenverbindung zur LiFePO4. Sie „sehen“ die Batterie nur über die langen Kabelwege.
Das bringt zwei Risiken mit sich:
Spannungsverluste: Durch Kabelwiderstände messen die Ladegeräte eine andere Spannung als die, die tatsächlich an der Batterie anliegt. Die Folge: Die Batterie wird nie zu 100% effizient geladen.
Das Temperatur-Risiko: Dies ist der kritische Punkt für alle, die auch mal im Frühjahr, Herbst oder Winter campen.
Warum LiFePO4 Kälte hasst:
Lithium-Eisenphosphat-Batterien dürfen unter keinen Umständen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt (ca. 0°C bis 5°C) geladen werden. Geschieht dies doch, wird die Zellstruktur irreversibel zerstört. Ohne Sensor „wissen“ MPPT und Booster jedoch nicht, wie kalt die Batterie im Inneren des Fahrzeugs wirklich ist.
Die Lösung: Der Smart Battery Sense als „Wetterstation“
Um diese Lücke zu schließen, habe ich den Victron Smart Battery Sense nachgerüstet. Er wird einfach auf das Gehäuse der LiFePO4 geklebt und an die Pole angeschlossen. Er misst nun exakt das, was den Ladegeräten fehlt: Die genaue Pol-Spannung und die Batterietemperatur vor Ort.
Vernetzung via VE.Smart Networking
Der technische Vorteil liegt in der Kommunikation. Über das proprietäre VE.Smart Networking (Bluetooth) funkt der Battery Sense seine Daten an den SmartSolar MPPT und den Orion-Tr Smart. Er wird damit zur Steuerzentrale.
Das System reagiert nun intelligent auf die Umgebung:
Schutz in kalten Regionen: Egal ob ich in Norwegen stehe oder in einer kühlen Herbstnacht in den Alpen – sobald die Temperatur kritisch fällt, gibt der Battery Sense den Befehl: „Ladung stoppen“. Meine teure LiFePO4 ist geschützt.
Optimierte Ladekurve: Die Ladegeräte gleichen den Spannungsabfall auf der Leitung aus. Sie liefern exakt die Volt-Zahl, die die Batterie braucht.
Datenblatt: Victron Smart Battery Sense
Funktion 1 (V-Sense): Misst die exakte Spannung direkt an den Polen und gleicht Leitungsverluste dynamisch aus.
Funktion 2 (T-Sense): Misst die Batterietemperatur für temperaturabhängige Ladeprofile.
Sicherheits-Feature (LiFePO4): Verhindert das Laden unter 5°C (konfigurierbar), um die Zellchemie zu schützen („Low Temperature Cut-off“).
Sicherheits-Feature (Blei/AGM): Senkt die Ladespannung bei Hitze, um Ausgasen zu verhindern.
Spannungsbereich: 8V bis 60V (geeignet für 12V, 24V und 48V Systeme).
Reichweite: bis zu 10m Bluetooth-Reichweite.
Installation: Wird einfach mit den vorinstallierten Ösen (M10) auf die Batteriepole geschraubt und mit dem Klebepad auf dem Gehäuse fixiert.
Sicherung: Integrierte Schmelzsicherung im Kabel zum Schutz vor Kurzschlüssen.
Startklar für den Einbau: Der Smart Battery Sense ist kaum größer als eine Streichholzschachtel. Gut zu erkennen sind die Anschlusskabel mit der integrierten Schmelzsicherung.
Häufige Fragen zum Smart Battery Sense & LiFePO4
Da ich öfter gefragt werde, warum ich dieses Extrateil verbaut habe, hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen:
Brauche ich den Battery Sense, wenn meine Power Queen LiFePO4 schon ein BMS hat?
Ja, absolut. Das BMS (Batterie-Management-System) in der Batterie ist die „Notbremse“. Es schaltet ab, wenn es zu spät ist (z.B. bei Untertemperatur). Der Smart Battery Sense sorgt aber dafür, dass deine Ladegeräte (Solar & Booster) proaktiv reagieren. Sie regeln die Spannung herunter oder stoppen die Ladung gar nicht erst, bevor das BMS eingreifen muss. Das ist viel schonender für die Technik.
Funktioniert der Sensor auch mit Nicht-Victron-Batterien?
Ja. Der Smart Battery Sense ist universell. Es ist ihm egal, ob er auf einer teuren Victron-Batterie, einer günstigen Power Queen oder einer Eigenbau-Lösung klebt. Er misst physikalische Werte (Spannung und Temperatur), und die sind bei jedem Hersteller gleich.
Warum reicht nicht einfach der Temperatursensor im SmartShunt?
In meinem Fall überwacht der Shunt die Starterbatterie im Motorraum, während die Aufbaubatterie ihren Platz unter dem Fahrersitz hat. Die Temperaturunterschiede können hier mehrere Grad betragen. Für eine sichere Ladung muss die Temperatur direkt an der LiFePO4 gemessen werden.
Wie weit reicht das Bluetooth-Signal im VW Bus?
Im Inneren eines VW T4 ist das absolut kein Problem. Das VE.Smart Networking ist sehr stabil. Selbst wenn der Solarregler ganz hinten und der Sensor unter der Sitzbank verbaut ist, finden sich die Geräte problemlos.
Fazit: Ein unverzichtbares Upgrade für Reisende
Gerade wenn man, wie ich, den SmartShunt zur Überwachung der Starterbatterie nutzt, ist der Smart Battery Sense alternativlos. Er verbindet die Einzelkomponenten zu einem funktionierenden Ökosystem.
Für mich ist dieses kleine Gerät die Versicherung, dass meine „Einzimmer-Wohnung auf vier Rädern“ auch bei extremen Wetterbedingungen sicher und effizient mit Strom versorgt wird.
24 Jan. 2026
Warum der Victron Smart Battery Sense zur Zentrale meiner Stromversorgung im T4 wurde
Wenn man wie ich viel unterwegs ist, ist eine verlässliche Stromversorgung kein Luxus, sondern die Basis des Reisens. In meinem Camper setze ich auf ein Victron-Setup, das auf den ersten Blick vielleicht etwas ungewöhnlich wirkt, für meine Anforderungen aber perfekt ist.
Doch erst ein unscheinbares, kleines Bauteil hat mein System wirklich intelligent gemacht: der Victron Smart Battery Sense. Warum er in meiner Konstellation die Regie über Solarregler und Ladebooster übernommen hat und weshalb er für LiFePO4-Batterien in unseren Breitengraden fast Pflicht ist, erkläre ich in diesem Erfahrungsbericht.
Inhalt
Mein Victron-Setup: Die Ausgangslage
Um unterwegs autark arbeiten zu können, habe ich folgende Komponenten verbaut:
Die Besonderheit: Mein SmartShunt überwacht nicht die Aufbaubatterie, sondern meine Starterbatterie. Das gibt mir die Sicherheit, fernab der Zivilisation immer starten zu können. Das führte jedoch zu einem „blinden Fleck“ bei der Versorgung meiner LiFePO4.
Das Problem: Blindflug bei Temperatur und Spannung
Da der Shunt an der Starterbatterie hängt, haben der Solarregler und der Ladebooster keine direkte Datenverbindung zur LiFePO4. Sie „sehen“ die Batterie nur über die langen Kabelwege.
Das bringt zwei Risiken mit sich:
Lithium-Eisenphosphat-Batterien dürfen unter keinen Umständen bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt (ca. 0°C bis 5°C) geladen werden. Geschieht dies doch, wird die Zellstruktur irreversibel zerstört. Ohne Sensor „wissen“ MPPT und Booster jedoch nicht, wie kalt die Batterie im Inneren des Fahrzeugs wirklich ist.
Die Lösung: Der Smart Battery Sense als „Wetterstation“
Um diese Lücke zu schließen, habe ich den Victron Smart Battery Sense nachgerüstet. Er wird einfach auf das Gehäuse der LiFePO4 geklebt und an die Pole angeschlossen. Er misst nun exakt das, was den Ladegeräten fehlt: Die genaue Pol-Spannung und die Batterietemperatur vor Ort.
Vernetzung via VE.Smart Networking
Der technische Vorteil liegt in der Kommunikation. Über das proprietäre VE.Smart Networking (Bluetooth) funkt der Battery Sense seine Daten an den SmartSolar MPPT und den Orion-Tr Smart. Er wird damit zur Steuerzentrale.
Das System reagiert nun intelligent auf die Umgebung:
Datenblatt: Victron Smart Battery Sense
Häufige Fragen zum Smart Battery Sense & LiFePO4
Da ich öfter gefragt werde, warum ich dieses Extrateil verbaut habe, hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen:
Brauche ich den Battery Sense, wenn meine Power Queen LiFePO4 schon ein BMS hat?
Ja, absolut. Das BMS (Batterie-Management-System) in der Batterie ist die „Notbremse“. Es schaltet ab, wenn es zu spät ist (z.B. bei Untertemperatur). Der Smart Battery Sense sorgt aber dafür, dass deine Ladegeräte (Solar & Booster) proaktiv reagieren. Sie regeln die Spannung herunter oder stoppen die Ladung gar nicht erst, bevor das BMS eingreifen muss. Das ist viel schonender für die Technik.
Funktioniert der Sensor auch mit Nicht-Victron-Batterien?
Ja. Der Smart Battery Sense ist universell. Es ist ihm egal, ob er auf einer teuren Victron-Batterie, einer günstigen Power Queen oder einer Eigenbau-Lösung klebt. Er misst physikalische Werte (Spannung und Temperatur), und die sind bei jedem Hersteller gleich.
Warum reicht nicht einfach der Temperatursensor im SmartShunt?
In meinem Fall überwacht der Shunt die Starterbatterie im Motorraum, während die Aufbaubatterie ihren Platz unter dem Fahrersitz hat. Die Temperaturunterschiede können hier mehrere Grad betragen. Für eine sichere Ladung muss die Temperatur direkt an der LiFePO4 gemessen werden.
Wie weit reicht das Bluetooth-Signal im VW Bus?
Im Inneren eines VW T4 ist das absolut kein Problem. Das VE.Smart Networking ist sehr stabil. Selbst wenn der Solarregler ganz hinten und der Sensor unter der Sitzbank verbaut ist, finden sich die Geräte problemlos.
Fazit: Ein unverzichtbares Upgrade für Reisende
Gerade wenn man, wie ich, den SmartShunt zur Überwachung der Starterbatterie nutzt, ist der Smart Battery Sense alternativlos. Er verbindet die Einzelkomponenten zu einem funktionierenden Ökosystem.
Für mich ist dieses kleine Gerät die Versicherung, dass meine „Einzimmer-Wohnung auf vier Rädern“ auch bei extremen Wetterbedingungen sicher und effizient mit Strom versorgt wird.