{"id":32511,"date":"2009-09-09T23:19:20","date_gmt":"2009-09-09T21:19:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.xtramp.de\/wp\/?p=32511"},"modified":"2015-02-10T14:13:16","modified_gmt":"2015-02-10T12:13:16","slug":"mittwoch-09-09-2009-gudvangen-jotunheimen-nasjonalpark-otta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/xtramp.de\/wp\/mittwoch-09-09-2009-gudvangen-jotunheimen-nasjonalpark-otta\/","title":{"rendered":"Mittwoch, 09.09.2009 Gudvangen &#8211; Jotunheimen Nasjonalpark &#8211; Otta"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Nacht habe ich realtiv ruhig verbracht, jedoch scheint mein l\u00e4dierter Lendenwirbel nichts von den norwegischen Matratzen zu halten. So bin ich bereits um 07:00 Uhr wieder auf den Beinen. Mein Fr\u00fchst\u00fcck besteht aus Tee, einem M\u00fcsliriegel und dem visuellen Leckerbissen auf der anderen Seite des Tals.<br \/>\nIst es anfangs noch trocken, setzt sp\u00e4ter ein leichter Spr\u00fchregen, der aber bald wieder aufh\u00f6rt. Ich kann mich schwer losreisen, so dauert es bis 09:30 Uhr, bis ich alles gepackt und verstaut habe. W\u00e4hrend ich die Motorradklamotten anziehe, klopft der Nachbar von der Hytter nebenan und bietet mir eine Dose polnisches Bier an. Ich lehne dankend ab, denn es sind noch ein paar Tage, bis ich es Elisabeth weitergeben k\u00f6nnte. Bis dahin w\u00e4re es gut durchgesch\u00fcttelt.<br \/>\nIch steige auf die XT, trete den Kickstarter und tauche wenige Kilometer und einige Kurven sp\u00e4ter in einen 11 Kilometer langen Tunnel ein. Die Ventilatoren, die f\u00fcr Frischluft sorgen, machen ein be\u00e4ngstigendes Ger\u00e4usch. Trotzdem bin ich froh, dass sie laufen. Als mich der Tunnel wieder ausspuckt, fahre ich in eine Regenwand, bevor mich &#8211; knapp 500m weiter &#8211; der n\u00e4chste Tunnel verschluckt. Der ist zwar &#8217;nur&#8216; 5km lang, nach 2\/3 der Strecke jedoch komplett unbeleuchtet. Den Grund daf\u00fcr sehe ich im fahlen Licht meines Scheinwerfers an der Seite liegen. Es ist offenbar ein gr\u00f6\u00dferes St\u00fcck von der Decke runtergekommen und hat dabei Kabel und Lampen mitgenommen. Das gibt mir als Motorradfahrer nicht gerade ein Gef\u00fchl der Sicherheit. Die meisten Tunnel sind nicht wie bei uns mit Spritzbeton befestigt, sondern die W\u00e4nde und Decken sind so rauh, wie sie die Sprengung hinterlassen hat. Unz\u00e4hlige Spalten und Kanten schlucken das Licht meines Scheinwerfers.<br \/>\nDas Schild am Eingang des n\u00e4chsten Tunnels schockiert mich: 30 Kilometer L\u00e4nge hat der. Ich habe keine Lust mehr, wie ein Maulwurf dieses Land von unten anzusehen. Zwischen dem Tunneleingang und der Leitplanke ist ca. 50cm Platz. Ein kleiner Fu\u00dfweg f\u00fchrt im Zickzack den Berg hinauf. Ich halte an und hole die Karte heraus. Das k\u00f6nnte klappen, denke ich mir, nachdem ich diese studiert habe und folge dem schmalen Schotterpfad. Anfangs zeigt sich mein Navi irritiert, will mich immer wieder zur\u00fcck leiten zum Tunneleingang. Nach einigen Kehren akzeptiert es meine Entscheidung und zeigt ein Wirrwarr an Linien, w\u00e4hrend ich den Berg erklimme und nach jeder Kehre mit einer noch grandioseren Ausblick auf den <em>Aurlandsfjord<\/em> belohnt werde.<br \/>\nEtwas weiter oben treffe ich auf einen Aussichtspunkt, einer \u00e4sthetisch geschwungenen Holzkonstruktion, die ein wenig an eine Skischanze erinnert. Dann wird das Land zunehmend weiter, die Stra\u00dfe f\u00fchrt in der Ferne zu einem Punkt zusammen, w\u00e4hrend sich das Panorama in den Vordergrund dr\u00e4ngt. Als ich den Kamm erreiche, windet sich die Stra\u00dfe um Felsformationen und Seen, die durchaus die Gr\u00f6\u00dfe des Ammersees haben k\u00f6nnen. In der H\u00f6he habe ich so etwas noch nie gesehen, bin ich doch kaum 50 H\u00f6henmeter unter den h\u00f6chsten Gipfeln. Auch einige Schneefelder finden sich noch, die der wieder einsetzende Regen noch nicht aufgel\u00f6st hat.<br \/>\nDann geht es bergab zum <em>Ardalsfjord<\/em>. Rechts vonb mir tost ein Gebirgsbach \u00fcber Kanten und durch Schluchten nach unten. Als ich ihn dann \u00fcberquere, ist der Wassernebel so stark, dass mir die Brille beschl\u00e4gt. Die Stra\u00dfe entlang des <em>Ardalsfjordes<\/em> f\u00fchrt durch etliche kleine Tunnel und bieten mir ein Nauturschauspiel ohnegleichen: Bei Regen in den Tunnel hinein, am anderen Einde &#8211; knapp eineinhalb Kilometer weiter &#8211; verlasse ich diesen bei Sonnenschein und Regenbogen, nach dem n\u00e4chsten Tunnel dann wieder Regen.<br \/>\nIn <em>Ardalstangen<\/em> fahre ich eine Tankstelle an, zum ersten Mal in Norwegen dieses Mal. 14,5 Liter kosten 184,15 NOK. 12,7 NOK\/Liter ist f\u00fcr uns Deutsche viel aber nicht umsonst kommt Norwegens Reichtum vom \u00d6l. &#8218;<em>Ha en god dag, og Kjor forsiktik<\/em>&#8218; steht auf dem Tankbeleg.\u00a0 Danke, das habe ich vor.<br \/>\nNoch bis zum Einde des Fjords bleibe ich auf er Stra\u00dfe, dann biege ich nach Osten ab, um nach ein paar Kilometern den <em>Tyn-See<\/em> zu erreichen. Dessen Ufer folge ich bis <em>Hogeset<\/em>, quere ein Skigebiet und treffe wieder auf einen See, bevor ich in <em>Vang<\/em> eine Mittagspause einlege ud mir eine Pizza f\u00fcr 110 NOK, nebst einem halben Liter Cola f\u00fcr 30 NOK g\u00f6nne.<br \/>\nStrahlender Sonnenschein und leichter Nieselregen gleichzeitig, und das bei typisch bayerischem, wei\u00dfblauen Himmel &#8211; Wahnsinn.<br \/>\nAls ich wieder aufbreche, ist es trocken und bleibt es auch bis zum Ende des Tages. Am Ortsausgang halte ich f\u00fcr ein Foto. Die Rheinf\u00e4lle in Miniatur, aber nicht weniger beeindruckend.<br \/>\nIn <em>Fagernes<\/em> biege ich von der <em>E16<\/em> auf die <em>51<\/em> ab, die Stra\u00dfe ist schmal und steigt bergan, bis ich erneut ein Skigebiet erreiche. <em>Beitostolen<\/em> hat nicht die langen Abfahren der deutsch-\u00f6sterreichischen Alpen, was das Panorama betrifft kann es aber locker mithalten. Wenig sp\u00e4ter erreiche ich eine Hochebene, von Gebirgsz\u00fcgen ums\u00e4umt und ein paar Berge zwischendrin. Der Vergleich mit dem Monument Valley dr\u00e4ngt sich mir auf.<br \/>\nW\u00e4hrend ich &#8211; auf dem Motorrad sitzend &#8211; ein paar Fotos mache, wirft mich eine Windb\u00f6e fast um. Einen dieser Monumente umfahre ich, der gibt mir den Ausblick auf eine weite Ebene frei, durchsetzt mit vielen Seen. Knapp 20 Meter \u00fcber dem Boden kommt mir eine Transall entgegen, der Pilot hat M\u00fche, diese gegen die Windb\u00f6en auf Kurs zu halten. Als sie \u00fcber mich hinweg ist, wirft sie sich in Schr\u00e4glage und verschwindet hinter eine Bergkette.<br \/>\nEin paar Hytter hat es hier auch, leider erreiche ich niemanden, um eine zu buchen. Wild campen w\u00e4re hier toll, einfach um den Anblick zu genie\u00dfen. Die Sturmb\u00f6en halten mich dann aber doch davon ab. Kein Windschutz weit und breit.<br \/>\nEinige Kilometer weiter treffe ich neben der Stra\u00dfe auf eine Herde grasender Rentiere. W\u00e4hrend ich vorsichtig mit der Kamera auf sie zugehe, be\u00e4ugt mich einer der Geweihtr\u00e4ger misstrauisch und gibt mir irgendwann auch zu verstehen, dass der Mindestabstand erreicht ist.<br \/>\nDie Stra\u00dfe f\u00fchrt entlang des <em>Jotundheimen Nationalpark<\/em>, hier reiht sich Campingplatz an Campingplatz. Der Ausblick ist so malerisch, dass ich anhalte und nach einer Hytter frage. Kein Problem, wie gro\u00df soll sie denn sein? Ich bin mit der kleinsten Hytter vollauf zufrieden, antworte ich, worauf sie mir den Preis nennt: 585 NOK f\u00fcr eine Nacht. Ich frage gleich nochmal, meine mich verh\u00f6rt zu haben. Dann lehne ich dankend ab und fahre weiter. Die Standgeb\u00fchr f\u00fcr Zelt und Motorrad h\u00e4tte hier 120 NOK gekostet, zuz\u00fcglich 80 NOK pro Person. Dann doch lieber wild campen, denke ich bei mir. In weiser Voraussicht hat man jedoch links und rechts der Stra\u00dfe Schilder aufgestellt, dass hier wildes campen verboten ist. Irgendwie muss man die Campingpl\u00e4tze wohl voll kriegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich fahre einfach weiter, genie\u00dfe die grandiose Landschaft und den Sonnenschein. Als ich ein kleines, verwittertes Schild &#8218;Hytter 500m&#8216; finde, folge ich der Schotterstrecke und lande auf einem Hof. Der Besitzer werkelt in der Garage. Klar hat er eine Hytter frei. Ich entscheide mich f\u00fcr die kleinste und zahle 300 NOK. Beim Abladen fragt er mich, weshalb ich bei dem Wechselwetter gerade auf einem Motorrad unterwegs bin. So ganz kann ich seine Frage nicht verstehen, denn in der Garage hat er eine Suzuki stehen.<br \/>\nDie Toilette und Dusche ist hinter dem Haupthaus, etwas abenteuerlich zu erreichen (vor allem in der Nacht), aber super sauber. W\u00e4hrend bei den meisten Campingpl\u00e4tzen ein M\u00fcnzautomat in der Dusche h\u00e4ngt, findet sich hier ein K\u00e4stchen an der Wand, dass man doch bitte 10 NOK f\u00fcrs Duschen einwerfen soll, was ich auch gerne tue.<\/p>\n<p class=\"cards-entity-title cards-strong cards-text-truncate-and-wrap\">Koordinaten der Hytter:\u00a061\u00b049&#8217;41.7&#8243;N 8\u00b057&#8217;44.3&#8243;E<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gefahrene Kilometer heute: 355<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Motor aus um 18:50 Uhr<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0[mappress mapid=&#8220;11&#8243;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nacht habe ich realtiv ruhig verbracht, jedoch scheint mein l\u00e4dierter Lendenwirbel nichts von den norwegischen Matratzen zu halten. So bin ich bereits um 07:00 Uhr wieder auf den Beinen. Mein Fr\u00fchst\u00fcck besteht aus Tee, einem M\u00fcsliriegel und dem visuellen Leckerbissen auf der anderen Seite des Tals. 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